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Marktbericht Juli 2026: Inflationsrisiken schweben über den Märkten

22. Juli 2026
von Andreas W. Korth

– Einschätzung vom Good Growth Institut auf das aktuelle Börsenumfeld / Marketinginformationen zu den Strategiedepots Verantwortung –

  1. Der Blick zurück auf den Jahresstart:

Die Zwischenbilanz der Märkte in diesem Jahr fällt in Europa und den USA recht unterschiedlich aus. Während z.B. die deutsche Börse nach dem ersten Halbjahr am Beispiel des DAX unter starken Schwankungen nur knapp über den Bewertungen zu Jahresbeginn liegt, haben die amerikanischen Aktienindizes am Beispiel des S&P 500 mit einem Zuwachs von knapp 10% bis Ende Mai neue Rekordwerte erreicht.

Die Märkte feiern damit die Vorteile der amerikanischen Wirtschaft: Vergleichsweise günstigen Energiepreise und die Wettbewerbsstärke im Bereich der digitalen Technologien, vor allem bei künstlicher Intelligenz. Im Kern haben vor allem die massiven Investitionen in Rechenzentren und Chips die Kursentwicklung dieser Sektoren befeuert.

Auch wenn der Konflikt in Nahost noch nicht final beendet ist, scheint klar zu sein, dass Iran zukünftig wieder Öl in die westliche Welt verkaufen kann. Mit dieser Aussicht ist der Ölpreis wieder deutlich gefallen. Die Märkte haben auf diese gute Nachricht allerdings nur noch wenig reagiert.

2. Der Blick auf unsere Strategien:

Unser KI gestütztes Risikomanagementsystem CaraA bleibt in der Bewertung der weiteren Aufwärtschancen zurückhaltend. Daher haben unsere aktiv verwalteten Strategien Aktieninvestments leicht untergewichtet.

Die vermögensverwaltenden Strategien, die auf aktive Fonds oder Einzelaktien zurückgreifen konnten, konnten sich in diesem Jahr besonders behaupten. Dies lag vor allem daran, dass die Kursgewinne in diesem Jahr so ungleich zwischen Regionen und Sektoren verteilt waren.

Obwohl es in allen Strategien vergleichsweise hohe Quoten von nicht investierten Geldern gab, können wir für das erste Halbjahr eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen.

Quelle Reuss Private, Morningstar. Stand 30.06.2026, Alle Angaben zur Wertentwicklung berücksichtigen das durchschnittlich vereinbarte Vermögensverwaltungsentgelt. Frühere Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Wertentwicklung. Auflagedaten und Benchmarks:
Safe Depot Verantwortung:
01.02.2016, 100% – Euribor 12 Monate
Solid Depot Verantwortung:
01.03.2016, 100% – Mischfonds Flexible Allokation – Global
Dynamik Depot Verantwortung:
01.04.2016, 25% Mischfonds Flexible Allokation – Global / 75% Mischfonds Aggressive Allokation – Global
Offensiv Depot Verantwortung:
18.10.2019, 25% Mischfonds Flexible Allokation – Global / 75% Mischfonds Aggressive Allokation – Global
StockUp Depot
01.08.2023, 100% Mischfonds Aggressive Allokation – Global

3. Der Blick nach vorn:

Die derzeitigen Verhandlungsergebnisse zwischen den USA und dem Iran gleichen eher einer Kapitulation der Amerikaner: Die Sanktionen gegen Irans Ölindustrie werden aufgehoben, gesperrte Gelder in Milliardenhöhe freigegeben und möglicherweise erhält der Iran zukünftig sogar Mauteinnahmen für die Nutzung der Straße von Hormuz.

Auch wenn die Situation weiterhin angespannt ist, gehen die Märkte davon aus, dass der Iran zukünftig wieder als internationaler Öllieferant für zusätzliches Angebot sorgt. Dies hat für einen deutlichen Preisverfall an den Ölmärkten gesorgt. Das Gespenst der Inflation ist damit aber noch nicht völlig gebannt. Denn neben dem Öl wird der digitale Rohstoff der neuen Zeit deutlich teurer: Computerchips.

Der massive Ausbau von Rechenzentren hat der Chipindustrie die Möglichkeit gegeben, die Preise massiv zu erhöhen. Wer sich ein neues Iphone kaufen möchte oder ein leistungsstarkes Notebook, wird schmerzhaft erfahren, wie deutlich die Preise angehoben werden müssen. Die Europäische Notenbank hat mit einem Zinsschritt bereits eine Vorsorgemaßnahme ergriffen, sollte die US Notenbank ebenfalls in diese Richtung denken, würde dies die Marktentwicklung auf jeden Fall beeinträchtigen. Die Stimmung an den Börsen ist daher aktuell eher besorgt. Eine Korrektur oder zumindest eine längere Seitwärtsphase ist daher für die Aktienmärkte nicht unwahrscheinlich. Sollten sich die Zins- und Inflationssorgen nicht bestätigen, ist zumindest davon auszugehen, dass der weitere Aufschwung eher von den Firmen getragen wird, die die künstliche Intelligenz erfolgreich zur Produktivitätssteigerung einsetzen. Eine gewisse Rotation der Favoriten an den Aktienmärkten in Richtung Pharma und Industrie hat jedenfalls bereits eingesetzt.  

Unser Risikomanagementsystem CaraAI hält vorerst die Zügel noch etwas kürzer. Auf dieser Basis haben wir die Möglichkeit, bei eventuellen Kurskorrekturen die bestehenden Investitionen zu verbilligen.

Wie häufig in den Sommermonaten könnte eine höhere Volatilität vor uns liegen. Doch der Megatrend KI mit seinen Produktivitätschancen wird zugleich die langfristigen Perspektiven von vielen Unternehmen verbessern. Bei entsprechender Risikotragfähigkeit sehen wir in den Aktienmärkten in Verbindung mit Goldinvestments unverändert das größte Potenzial, um das Vermögen nach Inflation und Steuern langfristig real zu vermehren.


Hennef, 06.07.2026

Andreas W. Korth

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